Voranschlag 2027 mit Aufgaben- und Finanzplan 2028 - 2030
Bei einem unveränderten Steuerfuss von 3.9 Einheiten rechnet der Voranschlag 2027 mit einem Aufwandüberschuss von rund 0.2 Mio. Franken. Das strukturelle Defizit hat sich dank der Steuererhöhung und des Sparprogramms 2024 deutlich verringert, ist jedoch noch nicht vollständig beseitigt. Die Sparbemühungen müssen fortgesetzt werden.
Die finanzielle Lage der Gemeinde Heiden ist dank der von der Stimmbevölkerung genehmigten Steuererhöhung sowie den Massnahmen des Sparprogramms 2024 deutlich weniger angespannt als in früheren Jahren. Der Voranschlag 2027 sieht bei einem Ertrag von 35.308 Mio. Franken und einem Aufwand von 35.512 Mio. Franken ein Defizit von 204'200 Franken vor.
Viele Massnahmen des Sparprogramms 2024 konnten bereits umgesetzt werden:
- Im Bereich der Leistungsvereinbarungen ist das Gros der Aufgaben erledigt. Die Gemeinde konnte dadurch Handlungsspielraum zurückgewinnen.
- Auch im Bereich der Gebühren sind die Aufgaben praktisch vollständig umgesetzt.
Grösserer Handlungsbedarf besteht weiterhin bei der Bildung und bei den Liegenschaften. Die Schule Heiden wächst: Auf absehbare Zeit werden jährlich über 500 Kinder und Jugendliche unterrichtet. Am Globalkredit für die Schule will der Gemeinderat festhalten, die Berechnungsmethoden sind jedoch zu modernisieren.
Die Liegenschaften im Finanzvermögen erreichen die notwendigen Renditen nach wie vor nicht. Für 2027 ist der Verkauf des Grundstücks Müllersberg 404 vorgesehen.
Mittelfristige Aussichten
Der Aufgaben- und Finanzplan 2028 - 2030 zeigt verschiedene neue Belastungen auf. Mit dem Abfederungsmechanismus des neuen Finanzausgleichsgesetzes muss Heiden auf die Entlastung für die Zentrumslasten bis 2030 warten. Das vom Kanton angekündigte Entlastungspaket dürfte die Gemeinde ab 2028 zusätzlich belasten. Gesetzliche Anpassungen wie der Wegfall des Eigenmietwerts und die Einführung der Individualbesteuerung lassen zudem einen Steuersubstratverlust erwarten. Schliesslich werden auch die demografische Entwicklung im Gesundheitsbereich und die Anpassung der kantonalen Asylverordnung Mehrkosten verursachen.
Investitionen
Für das Jahr 2027 sind Nettoinvestitionen von 6.445 Mio. Franken vorgesehen. Sie betreffen hauptsächlich den Neubau des Bahn- und Bushofs, die Sanierung der Turnhalle Gerbe, Teilsanierungen in den Schulhäusern Gerbe und Wies sowie verschiedene Strassensanierungen und den barrierefreien Ausbau von Bushaltestellen.
Dank des tiefen Investitionsvolumens in den Jahren 2025 und 2026 konnte die Verschuldung auf 20 Mio. Franken gesenkt werden. Mit den anstehenden Projekten steigt sie wieder an, dürfte für die Gemeindefinanzen aber tragbar bleiben. Entscheidend wird die Entwicklung der Zinssätze sein. Bei künftigen grösseren neuen Investitionsprojekten wird die Finanzierung jeweils gesondert zu beurteilen sein.
Öffentliche Orientierungsversammlung
Der Gemeinderat hat den Voranschlag 2027 (Erfolgsrechnung und Investitionsrechnung) genehmigt und zuhanden der Urnenabstimmung vom 29. November 2026 verabschiedet. Die öffentliche Orientierungsversammlung findet am Dienstag, 10. November 2026, um 19.30 Uhr im Kursaal Heiden statt. Sie wird zusätzlich über den YouTube-Kanal der Gemeinde Heiden übertragen (www.heiden.ch/video).
Der Voranschlag 2027 und der Aufgaben- und Finanzplan 2028 - 2030 können ab Anfang November 2026 online unter www.heiden.ch/voranschlag und www.heiden.ch/afp abgerufen werden. Für den Aufgaben- und Finanzplan steht darüber hinaus ein Online-ToolExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet. zur Verfügung, welches eine Analyse nach verschiedenen Gesichtspunkten ermöglicht.
Gemeinderat Heiden